Mijas vermarktet sich mit einem einzigen Bild: ein weißes Dorf am Berghang, Esel-Taxis, die auf dem Platz warten, und Reisegruppen, die sich vor dem Mittagessen durch die Gassen schieben. Das Bild ist zwar echt, aber als Kaufratgeber beinahe unbrauchbar. Die dahinterstehende Gemeinde zählt etwas mehr als vierundneunzigtausend Einwohner, mehr als die Nachbarstädte Fuengirola oder Benalmádena, und etwa ein Drittel davon sind Ausländer. Nur wenige von ihnen leben tatsächlich in der Nähe dieses Postkartenmotivs.
Mijas besteht aus drei verschiedenen Orten unter einer einzigen Gemeindeverwaltung. Mijas Pueblo liegt über vierhundert Meter hoch am Berg und ist spürbar kühler und windiger als die Küste. Mijas Costa erstreckt sich entlang eines langen, von Golfplätzen gesäumten Küstenstreifens. Sein Zentrum ist La Cala de Mijas, ein ehemaliges Fischerdorf und heute der begehrteste Teil der Küste. Las Lagunas, eine schlichte, moderne und mit Fuengirola verschmolzene Stadt, ist der Ort, an dem die meisten Einwohner tatsächlich leben und den Touristen niemals besuchen. Das Klima an der Küste ist typisch für die Costa del Sol: Im Winter liegen die Tagestemperaturen bei etwa siebzehn Grad, im August bei fast einunddreißig Grad.
Kaufinteressenten, die auf einen Zug angewiesen sind, können hier aufhören zu lesen. Fuengirola, Benalmádena und Torremolinos liegen alle an der Cercanías-Linie nach Málaga und zum Flughafen; Mijas nicht. Daher muss jeder Weg mit dem Auto zurückgelegt werden. Wer eine fußläufige Stadt sucht, sollte sich Málaga selbst ansehen, und wer auf Eleganz und Status Wert legt, ist in Marbella besser aufgehoben. Mijas ist ideal für Autofahrer, die Platz, Golf und Küstennähe zu Preisen suchen, welche die Nachbarstädte nicht mehr bieten.